Überblicksband über OSAs an Hochschulen

Montag, 17. August 2009 | Autor: Reiner Fuest

Online Self Assessments (OSAs) als Werkzeuge der Studien(fach)orientierung sind bundesweit immer mehr im Kommen. Das zeigt sich nicht nur an der Menge der verfügbaren Angebote, sondern vor allem auch an der Anzahl der Tagungen und Publikationen zum Thema, sowie den in Freiburg zu verbuchenden Anfragen nach Erfahrungsaustausch und Beratung durch andere Hochschulen.

Die Uni Freiburg ist mit ihrem OSA-Projekt gut positioniert und wird dementsprechend häufig angefragt und eingeladen. Gerade erst ist im Nachgang einer Tagung des Zentrums für Evaluation und Methoden (ZEM) der Uni Bonn im November 2008 ein lesenswerter Tagungsband mit dem Titel Self-Assessment an Hochschulen: Von der Studienfachwahl zur Profilbildung erschienen, in dem die bekanntesten OSAs im deutschsprachigen Raum vorgestellt werden, darunter auch das Freiburger OSA-Konzept (am Beispiel des MEG OSA).

Die verschiedenen Beiträge zeigen sehr schön die Bandbreite unterschiedlicher Verfahren (von allgemeinen Tests zu beruflichen Interessen über Studienfeld- bis hin zu den Freiburger Studienfach-spezifischen OSAs), sowie zahlreiche Evaluierungsergebnisse.

Kritisiert wird in verschiedenen Aufsätzen die mangelnde Verknüpfung zwischen den Angeboten, die meist der Angst der Hochschulen geschuldet ist, potentielle Studierende an andere Institutionen zu verlieren. In Baden-Württemberg wird sich diese Situation in Zukunft deutlich verbessern. Ab WS2011/2012 soll es einen zentralen Interessentest vom Wissenschaftsministerium geben, in dem Studieninteressierte sich allgemein über passende Studienangebote informieren können. Dieser wird bei einer Empfehlung eines Studienfachs in Freiburg direkt auf das passende Freiburger OSAs verweisen, das allerdings auch ohne den vorgeschalteten Landestest bearbeitet werden kann. Hier können Studieninteressierte dann konkrete Informationen über einzelne Studienfächer und Studiengänge einholen und die Hypothese testen, dass das jeweilige Fach tatsächlich das Fach ihrer Wahl ist.

Unterschiedlich bewerten die Autoren des Tagungsbandes die Bedeutung der Testelemente in den OSAs. Während die stark psychodiagnostisch angehauchten Angebote das Testen der Teilnehmer in den Mittelpunkt ihres OSA-Konzepts stellen, verstehen sich andere Angebote (so auch die Freiburger OSAs) eher als umfassende Kommunikationsangebote für Studieninteressierte, in denen kurze Selbsttests und der anschließende Vergleich mit dem Fach- oder Expertenprofil (z.B. durch ein unerwartetes Testergebnis) in erster Linie dazu dienen, eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem zur Wahl stehenden Studienfach (-gang) zu forcieren.

Aus Freiburger Sicht besonders erfreulich ist, dass das im Rahmen unseres Projekts geprägte Akronym OSA für Online Self Assessment sich wachsender Beliebtheit erfreut und zunehmend von anderen Institutionen für die Bezeichnung ihrer Angebote verwendet wird.

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Thema: OSA

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